Projekt 29 Tipps für Kreativität – 3

3. Tipp: Try free writing

Wieso schreibe ich das jetzt auf Englisch? Das Original ist ja in Englisch und ich wollte es übersetzen. Dabei habe ich mich dann gefragt, wie das eigentlich gemeint ist – free writing, „freies“ Schreiben? Was wäre daran „frei“? Vielleicht mal wieder von Hand schreiben, so richtig mit Stift und Papier? Als ich einen Freund fragte, mit dem ich gerade telefonierte, googelte er es und wir bekamen heraus, dass es sich tatsächlich um eine bestimmte Methode des kreativen Schreibens handelt, die auch im Deutschen „Freewriting“ genannt wird.

Es geht dabei darum, einfach drauf los zuschreiben, ohne große Ideen zu Grammatik oder Sinn, einfach Material erzeugen, was einem gerade so einfällt. Bewusstseinsstrom, vielleicht kommt was dabei heraus, jedenfalls Blockaden werden abgebaut, ich lasse einfach los, ich lasse einfach los, loslosloslos, vielleicht doch besser von Hand, Hand finde ich eh gut, da kommt dann noch mehr Körper mit ins Spiel, am liebsten würde ich gar nicht schreiben, sondern Matschburgen bauen, oder Farbe und Wände, aber auch ganz klein, was gestalten, bauen, Dinge, da kommt was zum Vorschein, fast von selbst, ist ja klar, Kreativität und so, der Künstler als Medium oder oder oder Medium?? echt Medium? Ne, das ist anders, man trägt was bei, eben das echte, das Körperliche, das Einzigartige, den Fehler vielleicht…

Hmmmmm.

Gefällt mir gut. 🙂 Werde ich ab jetzt öfter machen. Habt ihr das schonmal ausprobiert?

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Projekt 29 Tipps für Kreativität – 2

2. Tipp: Habe überall ein Notizbuch bei dir.

Ein Notizbuch hat sich für mich tatsächlich als hilfreich erwiesen. Ich nutze es dafür, meine Gedanken zu sortieren, mich auf ein Treffen vorzubereiten oder ein Gespräch nachzubereiten. Allerdings übertrage ich diese Notizen meistens nicht in meine Unterlagen. Es ist also hauptsächlich eine Gedankenstütze. Außerdem überlege ich, ob es vielleicht eine gute Ergänzung ist, zusätzlich zum Notizbuch einen Block Post-its dabei zu haben. Diese können später flexibler „weiterverarbeitet“ werden.

Ich glaube, für mich ist dieses Notieren ähnlich wie die Liste noch kein eigentlich kreativer Vorgang, sondern auch eher ein produktiver. Und auch das „Überall“ ist mir zu streng. Ich frage mich, ob es geradezu hemmend wirken kann, wenn man die Dinge immer gleich fest halten will, gerade in Situationen, in denen offenbar der Spielraum für Gestaltung und Entwicklung nicht gegeben ist. Ich bin ja unterwegs und nicht an dem Ort oder Zeitpunkt, an dem etwas umgesetzt werden könnte.

Wie ist das – gibt es so etwas wie konservierbare kreative Teilprozesse?

Freiraum | Workshop mit dem Schauspiel Stuttgart

Im Oktober 2011 eröffnete ich als Mitglied eines hochkarätigen Projektteams aus Stuttgarter Kunst-, Kultur- und sonstigen Diskursmachern die neue Spielzeit des Schauspiel Stuttgart mit einem Workshop zum Thema Freiraum. Mein persönliches Ergebnis war ein zum Freiraum umfunktionierter, leerer, zweidimensionaler – weil zusammengefaltet gelassener – Umzugskarton, dazu flüchtige Worte aus Kreide. Und Ideen wie: „Freiheit wiegt nicht“.

„Wohnen ->Freiraum – ‚mein‘ ‚Frei‘-‚Raum‘ ist ‚dieser‘ Umzugskarton in the middle of ’nowhere‘. Er ist zusammengefaltet, also nicht besonders 3dimensional. Die Zimmer sind ungefähr so groß: []. Ich wohne nicht in den Zimmern. Alles passt in einen Karton. Die Freiheit wiegt nichts. Ich sitze auf dem Karton, im Raum. Ich kann gehen. Ich schreibe mit Kreide über den Freiraum. Die Kreide ist frei. Freiraum vergeht.“