Anders gemacht Nr. 44:

Gerade lese ich, dass jemand die großen, die „echten“ Musiker vermisst. Dass es die nicht mehr gebe, so wie sie früher mal waren, und wo sie wirklich noch etwas zu sagen hatten. Ich höre auch oft, dass es heute keine großen, „echten“ Philosophen mehr gebe. Ich selbst denke auch hin und wieder, dass es früher einmal etwas gegeben habe, das wichtig und grundlegend gewesen sei. Und heute sei „alles“ so… bedeutungslos? Klein? Unsicher?

Das Große und das Kleine. Vielleicht ist es ja auch ein bisschen so, dass wir etwas Großes, Echtes in oder für uns selbst vermissen? Es ist zwar irgendwo, aber wir sehen es nicht, nehmen es nicht wahr, nicht an? Haben vielleicht sogar Angst davor, wollen uns nicht in unserer „Freiheit“ beschränkt fühlen? Und vielleicht denken wir auch oft zu wenig musikalisch, zu wenig philosophisch, wenn wir das Große im Kleinen nicht hören? Nicht „vernünftigerweise“ denken wollen. Denken muss logisch, konsequent, widerspruchslos sein, denken wir. Möglicherweise?

Das Große im Kleinen – kennen wir nicht schon ein wenig das Kleine im Großen? Ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, ein Keks vielleicht. 😀

Das Große im Kleinen – vielleicht ebenso mitten in und unter uns?

Freiraum | Workshop mit dem Schauspiel Stuttgart

Im Oktober 2011 eröffnete ich als Mitglied eines hochkarätigen Projektteams aus Stuttgarter Kunst-, Kultur- und sonstigen Diskursmachern die neue Spielzeit des Schauspiel Stuttgart mit einem Workshop zum Thema Freiraum. Mein persönliches Ergebnis war ein zum Freiraum umfunktionierter, leerer, zweidimensionaler – weil zusammengefaltet gelassener – Umzugskarton, dazu flüchtige Worte aus Kreide. Und Ideen wie: „Freiheit wiegt nicht“.

„Wohnen ->Freiraum – ‚mein‘ ‚Frei‘-‚Raum‘ ist ‚dieser‘ Umzugskarton in the middle of ’nowhere‘. Er ist zusammengefaltet, also nicht besonders 3dimensional. Die Zimmer sind ungefähr so groß: []. Ich wohne nicht in den Zimmern. Alles passt in einen Karton. Die Freiheit wiegt nichts. Ich sitze auf dem Karton, im Raum. Ich kann gehen. Ich schreibe mit Kreide über den Freiraum. Die Kreide ist frei. Freiraum vergeht.“